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World Sanguine Report

Third One Rises

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2009
Besonderheiten/Stil: Folk; RIO / Avant; sonstiges
Label: Gravid Hands
Durchschnittswertung: 12/15 (1 Rezension)

Besetzung

James Allsopp Reeds
Alex Bonney Trumpet
Matthew Bourne Piano, Gongs
Tom Greenhalgh Drums
Dave Kane Bass
Andrew Plummer Vocals, Guitars

Gastmusiker

Helen Evora Vocals
Billy Jenkins Guitar
Jason White Violin

Tracklist

Disc 1
1. one yard bard 2:25
2. rot 4:05
3. third one rises 4:27
4. nine tango fuck 4:11
5. overhead slow 5:43
6. land of lather leather 5:13
7. fanfare for her dreams 1:22
8. whip whip 3:54
9. pirate case 2:58
10. jazz hell murder ballad 4:31
11. sleep safely mon amour 2:37
Gesamtlaufzeit41:26


Rezensionen


Von: Achim Breiling @


Auch das zweite Album von Gravid Hands, dem neuen, auf etwas andere Musik spezialisierten britischen Label (siehe "Country Dances"), macht optisch einiges her. Das dreiklappige Digipack ist mit Schwarzweißzeichnungen versehen, die wie Darstellungen aus einem alten Kinderbuch wirken. Der Figuren schnitzende Herr auf dem Cover und die geschwungenen Schriftzüge lassen eher an ein altes, viktorianisches Märchenbilderbuch denken, als an das, was den Hörer dann erwartet.

World Sanguine Report (W.S.R.) heißt die Band, doch steckt dahinter der Brite Andrew Plummer, der für seine dritte Albumproduktion eine Band um sich geschart hat. Damit ist auch der Titel der CD erklärt. Es mag allerdings auch andere Interpretationen geben.

In musikalischer Hinsicht unterscheidet sich das hier Gebotene sehr deutlich von der ersten Produktion des Labels. Nach der freiformatigen Elektronik von Leverton Fox geht es nun eher bodenständig zu. Reichlich schräg ist die Musik aber auch. Der erste Gedanke: Tom Waits. "one yard bard" bietet einen kaputten, tanzartigen Kammerrock, bestimmt von allerlei Blasinstrumenten und einer erdig-schrammelden E-Gitarre, wie er ab und an auch auf den experimentelleren Alben des Amerikaners vorkommt ("Bone Machine" und "Black Rider" z.B.). Plummer singt auch ähnlich, allerdings nicht ganz so sonor und krächzend. Ist bei Waits das Abgleiten in wirklich schräge Gefilde aber eher eine Ausnahme, ist das bei W.S.R. allerdings die Regel.

Ziemlich freies Durcheinander wird hier mit Jazz, Folk, Tänzen, bluesig-krankem Gefrickel (einige Gitarreneinlagen Plummers sind wirklich beeindruckend kaputt) und kantigem Rock gepaart. Ab und zu steigen die Klänge auch nur formlos und träge durcheinander und Plummer singt-rezitiert seine seltsamen Texte dazu. Ganz bizarr wird es, wenn Helen Evoras vervielfältige Stimme einen Frauenchor imitierend, der ein altes englisches Lied vorzutragen scheint, oder nur formlos heult, mit der heftig dahin krachenden und free-jazzenden (free-rockenden) Band wetteifert ("land of lather leather" und "whip whip"). Ein weiterer Vergleich, der sich mit dem Fortschreiten des Albums aufdrängt, ist natürlich Captain Beefheart. Auch wenn Plummers Stimme nicht die Reibeisengefilde eines Don van Vliet erreicht, gibt es durchaus musikalische Parallelen. Zumindest im Geiste ist das hier Gebotene mit dem Dada-Rock des Captains sehr verwandt.

"Third One Rising" bietet einen recht eigenen, wenn auch etwas von Waits inspirierten, Kammer-Jazz-Punk-Blues-Avant-Rock, der ausgesprochen erfrischen wüst, ungezwungen und schräg aus den Boxen purzelt und dabei eine sehr homogene Geschlossenheit erreicht. Das Gebotene ist mitunter ganz schön deftig und gehörgangverknotend, doch wer z.B. die spinnerten Auslassungen der Finnen von Alamaailman Vasarat schätzt, und sich das Ganze versehen mit einer gehörigen Dosis typisch britischen, derben Humors vorstellen kann, der sollte auch hier einmal ein Ohr riskieren!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 29.6.2009
Letzte Änderung: 29.6.2009
Wertung: 12/15

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