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Greenwall

ZAPPA ZIPPA ZUPPA ZEPPA!

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2014
Besonderheiten/Stil: DVD; ArtPop; Jazzrock / Fusion; Neoprog; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg; RIO / Avant; sonstiges
Label: Electromantic Music
Durchschnittswertung: 7/15 (1 Rezension)

Besetzung

Michaella Botti vocals
Andrea Pavoni keyboards, arrangements, backing vocals
Fabio Ciliberti bass and acoustic guitar
Alfredo de Donno keyboards and backing vocals
Claudio Ricci guitars
Stefano Marazzi Drums
Emanuele Colombo speaking voice
Pierpaolo Cianca Guitars
Gabriele Gagliarini Percussion
Bruno Zoia upright bass
Pier Paolo Ferroni Drums
Silvia Ceccarelli vocals
Dahl Ah Lee violins
Valeria Chiappetta Viola
Tamara Toppi Cello
Doriano Roccon Double Bass
Riccardo Sandri Guitars
Sergio Migliorati drum programming,synth,effects
Alessandro Tomei Tenor Sax & Flute

Tracklist

Disc 1
1. Superpezzi 3.03
2. Con precisione eterna e divina 4.28
3. Palla di legno 4.02
4. Ma le mele no 5.25
5. La culla 5.04
6. E' solo dopo che c'è la luce 2.44
7. Non c'è mai tempo per niente 7.55
8. Superpezzi - scat version 1.39
9. Prelievo 11.09
10. Un figlio 4.05
11. Scena di vita familiare con la piccola Jo 4.13
12. Due finestre una collina 4.24
13. L'avventura del soldatino bianco 5.38
14. Il petalo del fiore - bonus track 16.07
Gesamtlaufzeit79:56
Disc 2
1. Original video of "Superpezzi" (both in the official version and in the "director's cut" version)   (DVD)
2. Video documentary "NO TITLE THIS TIME"
3. In'terviews (english subtitles)
4. Photo slideshow illustrating a cover version of King Crimson's "Larks' Tongues in Aspic - part 1"
5. A short film about "The Wedding", track released in the compilation "Kalevala", in 2002
6. Demo 2005 version of the track "Un figlio"
7. SIGLA! bonus track video


Rezensionen


Von: Siggy Zielinski @


Sollte man den Inhalt der vorliegenden CD/DVD nur nach dem doch recht abgefahrenen Titel "Zappa Zippa Zuppa Zeppa!" und dem dazu passenden Cover-Artwork einschätzen, so würden die meisten Vermutungen wahrscheinlich in Richtung von zappaesker Avantgarde-Musik gehen. Damit liegt man im Wesentlichen leider falsch.

Das eröffnende mehrstimmige witzige A Capella-Stück "Superpezzi" (Superpieces - I am cut in superpieces and it's only Monday) scheint da noch alle Optionen offen zu halten. Aber schon die sanften Streicher zum passenden Damengesang von "Con precisione eterna e divina" (With divine and eternal precision) lassen Erwartungen von zappaesker Avantgarde sofort verschwinden. Wie einige andere Stücke auf "ZZZZ!" (man erlaube mir diese Abkürzung) auch weist "Con Precisione.." leider bereits bekannte Schwächen eines Keyboarder-Albums auf. Neben der Keyboard-Dominanz und des anwesenden, aber nur eine untergeordnete Rolle spielenden Gitarristen wären das für mich noch der Rhythmus von der Festplatte und nicht zuletzt die sehr oft präsenten, schwebenden Keyboardwolken.

"Zappa Zippa Zuppa Zeppa!" ist mit dem Untertitel "A various and eclectical journey" versehen. Und es geht wirklich sehr eklektisch zu, leider mit dem Schwerpunkt entspannende Musik.

Nun zu "Palla di legno": aus dem "klassischen" Neoprog-Sound der Original-Version von Deracor wurde in der Neueinspielung von Pavoni eine extrem leichtfüßige (mancher würde vielleicht "seicht" dazu sagen), von Keyboards dominierte Artpop-Nummer mit jazzigen Anklängen und elektronischen Rhythmen. Da ist mir persönlich die Neoprog-Version von Deracor lieber. Das Original von "Pala di legno" (Woodenball) ist ursprünglich auf "Evanescenze" von Doracor zu finden.

Wenn ich nicht wüsste, dass "Ma Le Mele No" eigentlich ein Song von Sting ist, würde ich das Stück als einen gutklassigen italienischen Mainstream-Artpop-Versuch einstufen. "Ma Le Mele No" (Not the Apples) ist wie gesagt eine Version von "I Hung my Head", einer Sting-Komposition.

Die Hinweise auf die eigentlichen Komponisten der beiden Fremdkompositionen findet man u. A. in dem wie Abspann gestalteten Clip auf der DVD, der auch noch ein zusätzliches, „SIGLA!“ genanntes Stück im Hintergrund laufen hat.

"La Cula" (The Cradle) ist ein entspanntes Instrumental für Congas, Piano und Streicher. Einige ansprechend durchkomponierte Passagen bewahren es vor dem Schicksal als Fahrstuhlmusik bezeichnet zu werden.

Die erste Minute von "E' solo dopo che c'è la luce" (Only after there will be light) besteht nur aus einer Textrezitation von Michaella Botti. Der Text handelt von einem Ausbruch in die Freiheit. In diesem Fall gelingt der Ausbruch einem Pferd. Darauf folgt ein kurzer romantischer Teil für ein Streicherensemble mit Klavier. "Non c'è mai tempo per niente" (There's never enough time for anything) bietet typische Fusion-Musik mit Streicherbegleitung (und ethnischen Einwürfen), die man auf unzähligen Alben dieser Art hören kann. Das interessanteste daran ist für mich der Teil mit Scat-Gesang von Silvia Ceccarelli. Die Dame kann man auch auf dem Kalevala-Beitrag von Greenwall hören.

"Superpezzi-scat version" ist etwas für Jazzfreunde unter uns, während "Prelievo" (Outflow) nach dem gefälligen Intro mit Damengesang überraschend doch noch jazzige Avant-Prog-Akzente setzt.

Wer einige meiner Texte schon gelesen hat, der kann eventuell festgestellt haben, dass ich immer bemüht bin der Musik ihre positiven Seiten abzugewinnen. Der Fahrstuhlmusik von "Un Figlio" (A Son) kann ich kaum etwas Positives abgewinnen. Fröhliche Entspannungsmusik mit einer Textrezitation, einem netten kurzen Synthiesolo und elektronischen Rhythmen. Das extrem harmonische Instrumental "Scena di vita familiare con la piccola Jo" (ihr wisst schon: mit Klavier, Streichern und elektronischem Rhythmus) ist wirklich am besten als Soundtrack für ein Familienalbum geeignet. "Due finestre una collina" (Two windows and a hill) kann noch als balladesk-melancholischer, jazzig angehauchter symphonischer Retroprog durchgehen. Glücklicherweise diesmal keine reine Entspannungsmusik für die ganze Familie. Das instrumentale "L'avventura del soldatino bianco" (The Tale of the white Toy Soldier) verbindet stellenweise folkig eingefärbten Retroprog mit Fusion-Passagen.

Der Bonus Track "Il Petalo del Fiore (Part 1)" lässt mich ein wenig ratlos zurück, wie übrigens die meisten Stücke auf der CD. In "Petalo..." werden nach ausgedehnten und nett anzuhörenden Kammer- und Retroprog-Passagen und einem für mich weit weniger ansprechenden und unreflektiert wirkenden Disco-Musik-Teil(!) urplötzlich überzeugende Passagen mit orchestralem Avant-Kammerprog eingeblendet. Derartige abenteuerliche stilistische Zusammensetzungen sind schon im Endeffekt nicht schlecht, leider gibt es derartiges auf "ZZZZ!" viel zu selten. Und die verrückteste davon nur als Bonus Track.

Lobenswerterweise wurde dem Album auch ein zusätzliches "Translation"-CD-Heft beigelegt, das die englischen Übersetzungen alles Songtexte und Titel beinhaltet. Leider sind Übersetzungen noch eher eine Seltenheit bei den italienischen Veröffentlichungen.

Nun zum Inhalt der DVD: Der Videoclip "No title this time (a performance between arts)" zur melancholischer Musik von Andrea Pavoni (die aus Pianoparts zu begleitenden Keyboardflächen besteht) zeigt die Entstehung von Innencover-Artwork, das wir Serena Riglietti verdanken. Außer der Künstlerin bei der Arbeit und den Ausschnitten aus einem Künslerleben (darunter einem Konzertbesuch) sehen wir in erster Linie Fahrten auf italienischen Autobahnen und (Herr Pavoni möge mir diese triviale Anmerkung verzeihen) so erfahren wir ganz nebenbei, dass die Italiener die gerade hierzulande angekündigte Autobahnmaut bereits seit einiger Zeit genießen dürfen. Außerdem sehen wir den offiziellen Videoclip zu "Superpezzi" sowie die kurzen Interviews mit den beteiligten Musiker/Innen. Dort erfahren wir auch, dass Superpezzi als ein a capella-Stück für die Beteiligten eine Herausforderung war, da man ja kein Vokalensemble ist. Der Clip "The Wedding (making of)“ basiert auf einem Auftritt von 2002, der auf "Kalevala - A Finnish Progressive Rock Epic" veröffentlicht wurde. Auf der DVD dürfen wir bei der Entstehung der Studioaufnahmen zuschauen.

"Un figlio" ist eine Demoaufnahme von 2005, die für meine Ohren wie eine Art Fahrstuhlmusik-Jam für eine rezitierende Stimme, akustische Gitarre, Keyboards und die Rhythmussektion klingt. Zumindest darf man sich dabei eine interessante Grafikarbeit von Serena Riglietti in wechselnden Farbvariationen anschauen. "Larks' tongues in aspic part 1" ist eigentlich eine Slideshow, die den musikalischen Greenwall-Beitrag aus "The Letters - An Italian Tribute To King Crimson" als Grundlage hat. Musikalisch gesehen bekommt man da eine Vermengung des Titelstücks mit King Crimsons "Walking on Air" sowie mit einer "Il corrispondente c'e? Non c'e!" genannten Pavoni-Komposition geboten. Die eröffnende Belew-Nummer "Walking on Air" mit dem weiblichen Gesang von Michaella Botti hat für mich etwas Interessantes. Dass dieses Lied direkt in das bekanntlich ganz anders geartete "Larks' tongues in Aspic Part 1" übergeht ist dann noch um einiges origineller. Am auffälligsten dabei ist wohl das Ersetzen der Fripp-Gitarre durch das Piano, wobei Pavoni nicht direkt alle Fripp-Noten reproduzieren wollte. "Il corrispondente c'e? Non c'e!" nennt sich dann offensichtlich der hinten drangehängte Fusion-Jam-Teil sowie die anschließenden Soundscapes mit perkussiver Begleitung. Nach diesen Pavoni- und Greenwall-Einwürfen erklingt dann zum Schluss doch der letzte Teil von "Larks' tongues in aspic part 1", wie man ihn kennt. Greenwall gelingt es hiermit dem allseits geschätzten King Crimson-Instrumental ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Eine eventuell leicht verwirrende Mischung aus Artpop, Mainstream-Rock, Jazz-Rock-Fusion, Entspannungsmusik, Neoprog, Jazz, Kammermusik, Avant-Prog und Retroprog ist auf der CD/DVD "Zappa Zippa Zuppa Zeppa!" zu hören. Nur eindeutig Zappaeskes konnte ich bisher nicht finden. Wenn da noch der Avant-Prog-Anteil deutlich höher und der Anteil von Entspannungsmusik deutlich niedriger wäre, fände ich diese Veröffentlichung viel ansprechender.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.7.2014
Letzte Änderung: 6.7.2014
Wertung: 7/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Greenwall

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
2005 From The Treasure Box 10.00 1

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