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Anyone's Daughter

Wrong

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2004
Besonderheiten/Stil: Rock / Pop / Mainstream
Label: Tempus Fugit / SPV
Durchschnittswertung: 10/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Uwe Karpa Gitarre
Matthias Ulmer Keyboards
Peter Kumpf Schlagzeug
André Carswell Gesang
Raoul Walton Bass

Tracklist

Disc 1
1. The Wrong 7:28
2. Miscellaneous 6:12
3. Happy Go Lucky 4:27
4. Far Away 4:36
5. Fade Out 5:30
6. Your Time 3:58
7. Out Of This World 5:44
8. Without You (The Way It Was) 6:05
9. Helios Reloaded 4:05
10. Out Of This World (Radio Edit) 3:50
Gesamtlaufzeit51:55


Rezensionen


Von: Horst Straske @ (Rezension 1 von 2)


Mit "Wrong" liegt das zweite Album nach der Reunion von Anyone´s Daughter vor. Wie bei dem Vorgänger "Danger World" können hier die Gegensätze zum altbekannten Sound der Schwaben kaum größer sein. Der romantisch-symphonische Rocksound gehört eindeutig der Vergangenheit an und tritt allenfalls sporadisch durch die Hintertür in das Geschehen ein. Allein schon der Unterschied zwischen der samtweichen Stimme von Harald Bareth und dem kraftvollen Gesang des jetzigen Sängers André Carswell ist gewaltig. Während in der Vergangenheit in herzergreifender und melancholischer Lyrik geschwelgt wurde, treiben im Jahr 2004 fetzige Gesangslinien den komplett runderneuerten Sound von Anyone´s Daughter voran. Für solche verklärten Sentimentalitäten wie "Swedish Nights" und "Sonnenzeichen - Feuerzeichen" ist hier kein Platz mehr.

Von dieser nostalgischen Erwartungshaltung muss sich der Hörer im Fall des aktuellen Outputs völlig frei machen, ansonsten könnten die ersten Höreindrücke in einer Mischung aus Konfusion und Enttäuschung münden, was dem musikalischen Wert von "Wrong" keinesfalls gerecht werden würde. Der dynamische Poprock der Gegenwart besitzt zweifellos seine Substanz und kann mit fetzigen Arrangements überzeugen.

Bereits der Opener "The Wrong" steckt das neue musikalische Betätigungsfeld um die beiden Urmitglieder Matthias Ulmer an den Keyboards und Uwe Karpa an der Gitarre in Form eines rockig-schmetternden Grooves ab. Trotz der vorhandenen Eingängigkeit verfällt man zu keinem Zeitpunkt in einen zu befürchtenden 08/15-Mainstream. Es blitzen stets die zweifellos vorhandenen instrumentalen Fähigkeiten der Akteure hervor. Uwe Karpa lässt seine Gitarre sogar mal ganz unerwartet krachen, während Keyboarder Matthias Ulmer noch am ehesten das "progressive Erbe" in Form von für die poprockige Grundausrichtung ungewohnt ausschweifenden Klangstrukturen aufrecht erhält. Dies kommt selbst im fast schon ohrwurmartigen "Happy Go Lucky" zum Tragen, wo er mit fanfarenartigen Sounds einen ungewöhnlichen Gegenpol zum cool groovenden Refrain setzt.

Mit "Far Away" und "Without You (The Way It Was)" folgen natürlich die obligatorischen Balladen, in denen einmal mehr der kraftvolle und emotionale Gesang von André Carswell überzeugen kann. Auch diese ruhigen Momente kommen vollkommen schmalzfrei daher und heben sich angenehm vom abgedroschenen Einheitsbrei ab, der heutzutage so von den Radiostationen gespielt wird.

Trotz all dieser positiven Aspekte machen es sich Anyone´s Daughter mit ihrem zweifellos intelligenten Mainstream-Rock nicht ganz leicht. Der Freund des früheren Artrock-Stils muss sich mit einer radikalen Kurskorrektur arrangieren, während angesichts der heutigen Radiolandschaft der Otto-Normal-Hörer kaum auf die CD der Süddeutschen aufmerksam werden wird. Auch wenn es pessimistisch und widersprüchlich klingen mag, aber irgendwie wird der Poprock auf "Wrong" einfach schon wieder zu intelligent und ausgefeilt dargeboten.

Es bleibt zu hoffen, dass Anyone´s Daughter dennoch ihre verdiente Aufmerksamkeit erlangen können. Die Zeit von einem Symphonic Sound vom Schlage solcher Longtracks wie "Adonis" und "Tanz und Tod" gehört aber eindeutig der Vergangenheit an. Der in der Progszene so beliebte Retrostil ist hier eindeutig ein Fremdwort.

Anspieltipp(s): The Wrong, Without You (The Way It Was)
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 26.9.2004
Letzte Änderung: 26.9.2004
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Seit dem Wiederaufleben von Anyone's Daughter im Jahr 2000 ist einiges passiert. Nicht nur, dass die beiden Urmitglieder Matthias Ulmer (Keyboards) und Uwe Karpa (Gitarre) mit drei neuen Mitstreitern am Start sind, mit "Danger world" legte man 2001 nach 18 Jahren Pause endlich ein neues Studioalbum vor, im Hessejahr 2002 führte man 2x mit Heinz Rudolf Kunze als Erzähler den eigenen Klassiker "Piktors Verwandlungen" auf, wie zudem die "alten" Fans mit den zwei Doppel-CDs "Requested document Live 1980-1983? reichlich Futter aus der Vergangenheit für die Ohren bekamen. Mit "Wrong" wird das zweite Kapitel der "neuen" Anyone's Daughter aufgeschlagen.

Wie schon auf dem Vorgänger findet sich hier hauptsächlich eher kommerzielles, eingängiges Material, welches sich aber sehr wohltuend vom 08/15-Sülz der deutschen Einheitsradiolandschaft abhebt und sowohl handwerklich wie auch von der inhaltlichen Ausgewogenheit überzeugen kann. Anyone's Daughter kehren zwar auch mit "Wrong" nicht komplett zu ihren sinfonischen, progressiven Wurzeln zurück, doch gibt es immer wieder geschickt eingebaute Keyboardsoli und Rhythmuswechsel, die an die eigene Vergangenheit erinnern, ohne dabei anbiedernd oder altbacken zu wirken. Ein weiterer großer Pluspunkt gegenüber "Danger world": "Wrong" erscheint im Gesamteindruck stimmiger und ausgewogener, da es doch hauptsächlich im Rock-/Pop-Bereich angesiedelt ist, die Ausflüge in vielerlei verschiedene Spielarten, wie sie noch auf dem Vorgänger zu finden sind, erheblich zurückgefahren wurden.

Erstaunlicherweise wartet "Wrong" dafür mit einigen Heavy-Elementen auf, der Titelsong baut sogar einige Prog-Metal-Passagen ein, und immer wieder finden sich auch in anderen Songs härtere Gitarren und druckvolles Spiel. Doch mit André Carswell hat man einen überzeugenden, stimmgewaltigen Frontmann gefunden, der sich in allen Genres zu Hause fühlt. So gelingt es ihm z.B., die rockigen Popnummern "Fade out" und "Your time" zu verfeinern, den beiden wunderbaren, völlig unpeinlichen Balladen "Far away" und "Without you" lyrisch und verträumt Tiefe zu verleihen. Einziger Kritikpunkt an diesem insgesamt ausgewogen wirkenden Album: es fehlt der absolute Killersong und vor allem wenn Matthias Ulmer zu sein typischen Keyboardsoli aufbricht, wünscht man sich doch manchmal noch ein paar verspielte Schlenker mehr.

Nichtsdestotrotz ist "Wrong" eine sichere, ausgesprochen gute Wahl, wenn man auf der Suche nach geschmackvoller, handgemachter Rock-/Popmusik ist, die ebenfalls ein paar sinfonische, bisweilen progressive Schlenker abbekommen hat.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.6.2006
Letzte Änderung: 11.3.2014
Wertung: 10/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Adonis 11.00 3
1980 Anyone's Daughter 10.00 4
1981 Piktors Verwandlungen 13.00 3
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 3
1984 Live 10.00 1
1986 Last tracks 7.00 2
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2006 Trio Tour 10.50 2
2011 Calw Live 10.50 2

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