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Saga (Kan.)

Images At Twilight

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 1979
Besonderheiten/Stil: Klassischer Prog; Melodic Rock / AOR
Label: Polydor
Durchschnittswertung: 11.67/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Michael Sadler keyboards, vocals
Greg Chadd keyboards,vocals
Ian Crichton guitar
Jim Crichton bass
Steve Negus drums

Tracklist

Disc 1
1. Its Time (Chapter 3) 4:05
2. See Them Smile 3:25
3. Slow Motion 3:53
4. You're Not Alone 5:25
5. Take It Or Leave It 4:00
6. Images (Chapter 1) 6:30
7. Hot To Cold 5:02
8. Mouse In A Maze 8:14
Gesamtlaufzeit40:34


Rezensionen


Von: Oliver Mensing (Rezension 1 von 3)


Achtung! Aufgepasst! Die nächsten Zeilen werden nur so vor Superlativen strotzen. Aber will man diesem Album gerecht werden, können die Worte gar nicht schön und groß genug sein. Ach was sag ich: es gibt keine Sprache der Welt, die auch nur annähernd einen ausreichend großen Wortschatz hat, um diesem Meisterwerk, diesem Album aller Alben, diesem Geniestreich aller Geniestreiche, gerecht zu werden.

Ich möchte Euch kurz erzählen wie ich diese Scheibe und somit SAGA kennengelernt habe, denn ich werde diese Tage niemals in meinem ganzen Leben vergessen. Anfang der 80er (im zarten Alter von 13 oder 14) hörte ich beim großen Bruder eines damaligen Schulkollegen dieses Werk auf Cassette und es hatte eine irgendwie ungewöhnliche, mystische und erregende Wirkung auf mich! Ich wohnte zu der Zeit noch in Gelsenkirchen und fuhr öfter mit meiner Mutter nach Essen zum Einkaufen. In der Nähe des Hauptbahnhofs gab es das Kaufhaus Horten und die hatten im Keller eine echt geile Plattenabteilung (CDs gab es damals noch nicht). Beim Stöbern entdeckte ich dann das Wahnsinnscover von Images At Twilight und lieferte bereitwillig mein Taschengeld an der Kasse ab (ich glaube ca. 15 Mark; das waren noch Zeiten und Preise, obwohl für mich damals 'ne Menge Holz!). Für mich war natürlich der Einkauf gegessen, denn ich konnte kaum erwarten nachhause zu fahren und dieses superbe Scheibchen zu hören. Quälende Stunden später (es war früher Abend geworden) erreichten wir dann endlich die Heimat und mein erster Gang führte mich mit Jacke und Schuhen zu meiner damaligen (recht einfachen) Stereoanlage! Ich war den ganzen Abend wie verzaubert. Ich konnte nichts trinken, nichts essen und schon gar nicht schlafen! Diese Keyboardsounds, diese Gitarren, dieser Songaufbau, diese Ideenvielfalt und über alledem die geniale fantastische Stimme Michael Sadlers (der auch Keyboards und Moogs bediente). Dazu gesellten sich die Crichton-Brüder Jim (Bass Guitar, Moog Bass) und Ian (Acoustic and Electric Guitars), Drum-Gott Steve Negus und Greg Chadd (Keyboards, Vocals, Vocoder und Moogs). Nachdem mich meine Mutter dezent darauf hingewiesen hatte, daß es schon spät sei und ich morgen zur Schule müßte, verabschiedete ich mich in Richtung Bett. Aber (Kleinolli nicht blöd) hatte sich vorher ein Tape gemacht (das habe ich sogar heute noch) und hörte Images At Twilight auf meinem Cassettenspieler in dieser Nacht noch ungefähr vier- bis fünfmal. Was zur Folge hatte, daß ich am nächsten Morgen überhaupt nicht in die Puschen kam und in der Schule nur an meine neuen Freunde Saga denken mußte!

Die acht Stücke haben es gewaltig in sich:

It's Time ist eine typische Saga-Abgehnummer mit geilen Keyboards und genialer Akustikgitarre. Dazu die schon fast klassische Gesangsstimme Sadlers (Danke Michael, Du bist der Gesangsgott!). See Them Smile fängt relaxt an und bietet einen starken über Vocoder gesungenen Mitsing-Refrain (auch der Text ist ziemlich gelungen: er handelt von Geld und Angeberei). Slow Motion ist ein unheimlich witziges und fröhliches Lied. Die Keyboards am Anfang klingen als wenn ein Kind im Regen von Pfütze zu Pfütze springt. Wer sich die Mühe macht genau hinzuhören, wird feststellen, daß die Backgroundkeyboards gegen die Melodieführung des Refrains erklingen. Das ist großartig! You're Not Alone ist einer der Liveklassiker schlechthin (ich habe noch kein Saga-Konzert ohne diesen Song erlebt). Das Mitsingen des Refrains bei der leisen Keyboardpassage gehört zum festen Bestandteil einer Saga-Show. Besonders gut gefällt mir hierbei der schrammelige Gitarrensound Ian Crichtons. Take It Or Leave It leutet mit viel Power die zweite Seite ein bevor mit Images ein wunderschönes ruhiges von Pianosound unterlegtes Stück -das jeden Musikfan zum Träumen bringt- zu Gehör gebracht wird. Images endet mit satten fantasyhaften Keyboards und chorähnlichem Backgroundgesang. Galaktisch! Hot To Cold ist wieder so ein Stimmungslied in Richtung Slow Motion: witzige Keyboards und Doppelgesang von Chadd und Sadler. Die Keyboard-/Gitarrenpassage gehört zum Besten was Saga jemals gemacht haben. An dieser Stelle empfehle ich die Demoversion auf dem Phase One Album, die geht meiner Meinung nach noch besser ab! Den Abschluß bildet Mouse In A Maze bei dem Saga wieder sämtliche Register ihres Könnens ziehen und sich die Zuhörerin und der Zuhörer fragen: Sind Saga irdisch? Gibt es ein Leben auf anderen Planeten? Gibt es ein Leben nach dem Tod?

Bei Images At Twilight sitzt jeder Ton, der Sound fegt alle weg und ich muß es sagen: Zu dieser Zeit kamen Saga und dann lange Zeit nichts, aber auch gar nix!

Anspieltipp(s): Alles, vor und zurück und immer wieder!
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 6.8.2002
Letzte Änderung: 2.8.2011
Wertung: 15/15

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Von: Jörg Schumann @ (Rezension 2 von 3)


Mit "Images At Twilight" machen die Kanadier um Crichton und Sadler im Wesentlichen da weiter, wo sie mit ihrem Debut aufgehört haben. Eine Spur rockiger vielleicht, die Keyboards etwas dominanter, der Sound etwas klarer und differenzierter, die Stimme nicht mehr so betont operesque, sondern heller.

"Its Time" und "See Them Smile" sind solide Rocker, "Slow Motions", bei welchem mir irgendwo Supertramp`sche Anleihen durchzuschimmern scheinen, ist witzig-verspielt. Mit "You`re Not Alone" beinhaltet "Images" ebenfalls einen Klassiker, der live und im Refrain durch das Publikum begleitet nochmals an Kraft und Ausdruck gewinnt.

"Take It Or Leave It" kann mich nicht richtig begeistern. Ist mir zu straight, die Keyboards gefallen mir nicht und die Gesangsmelodie bleibt nicht recht hängen.

"Images" ist dann so richtig Saga-untypisch mit seinem klassischen Piano-Intro und alleine dadurch schon etwas Besonderes. Allein, mir fehlt über weite Strecken der progressive Ansatz. Immerhin versprüht der schwabernde Synthi-Schlussteil mit Sadlerscher Arie eine gewisse Grandezza und genügt höheren Ansprüchen.

"Hot To Cold" ist ein treibend-stolpernder Rocker. Herrlich der "walkende" Bass, toll auch das Riffing und der Gesang, etwas nervend der "fanfarige" Keyboardsound, der sich unterdessen über die Dauer der Platte doch etwas abgenutzt hat. Dennoch ein Highlight im besten Saga-Stil.

Das die Platte beschließende "Mouse In A Maze" ist neben "You`re Not Alone" und "Images" der bombastische Höhepunkt des Albums.

Auch bei diesem Album geht es mir ähnlich wie bei Saga: wirklich was zu meckern gibt es nicht. Doch das Gefühl, den Geniestreich aller Geniestreiche im Player rotieren zu haben, hatte ich auch zu keinem Zeitpunkt. Saga spielen hier soliden, geradlinigen Prog mit Anspruch. Spaß macht das Album allemale.

Anspieltipp(s): You`re Not Alone, Mouse In A Maze
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 7.8.2005
Letzte Änderung: 7.8.2005
Wertung: 9/15

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Von: Horst Straske @ (Rezension 3 von 3)


Mit ihrem zweiten Album "Images At Twilight" konnten Saga ihren pompösen Synthie-Rock noch verfeinern und wiederum einen wahrhaft glamourös vorgetragenen Bombastsound zelebrieren. Ein meist fanfarenartig in Szene gesetzter Keyboardreigen paart sich perfekt mit den prägnanten Hardrockriffs der Gitarre und erzeugt in dieser Kombination einen pompös-kraftvollen Raumklang, der stilistisch wohl immer noch einzigartig ist. Der bisweilen fast schon opererettenhaft-schmachtende Gesang von Michael Sadler ist ein weiteres unverkennbares Stilmerkmal der Band.

Schon mit dem fulminanten Opener "It´s Time" kommt die musikalische Reise in synthetisch-bombastische Klangwelten in Fahrt und vereint alle Stärken der Band. Das wirkt eine ganze Ecke authentischer und weniger aufgesetzt als bei solch einer abgedroschenen Mitgröhlnummer wie "Wind Him Up", die in Saga-Fan-Polls meist an erster Stelle platziert wird. Die nordamerikanische Rocktradition wurde in den späten 70er Jahren von Saga gleichsam schon in die synthetischen Klangwelten der frühen 80er Jahre überführt, ohne dabei schon nach New Wave & Co. zu klingen. Stilistische Inspirationsquellen sind kaum vorhanden, allenfalls eine gewisse Seelenverwandtschaft mit den Landsleuten Rush in Form eines prägnanten "Science-Fiction-Sounds" ist in groben Ansätzen vorhanden.

"See Them Smile" und "Slow Motion" weisen im kompakten Songformat und von flirrend-fanfarenartigen Synthieeinsätzen dominiert eine symphonisch-poppige Basis auf, zu der die harten Gitarrenriffs eigentlich gar nicht passen. Gerade diese Mixtur wird aber auf dem zweiten Saga-Album in Perfektion dargeboten und in kurzen, aber umso intensiveren Bombasteinschüben auf die Spitze getrieben. Mit "You´re Not Alone" liegt ein Klassiker im Repertoire der Band vor, in dem sich der zu Beginn noch leichtfüßige Pop-Rock geschickt zu hymnischen Bombasteinsätzen auftürmt. Ohne jeden Zweifel haben die Kanadier mit ihrem Keyboardprunk eine Nische zwischen amerikanischer AOR-Tradition, angelsächsischen Hardrocktugenden und eingängigen Pop-Harmonien gleichsam im Alleingang definiert, indem sie hierzu noch kräftig an der Bombastschraube gedreht hatten. Auch wenn die meist eingängige Melodieführung in den Refrains einen vielleicht doch zu plakativen Stadionrock-Charakter besitzen mag, war dies zu seiner Zeit auf jeden Fall "progressiv" im Sinne von "fortschrittlich" und muss anerkannt werden, auch wenn man vom typischen Progressive Rock meilenweit entfernt war.

Leider war aber auch schon der Weg zum späteren, meist allzu klischeehaften Mainstream-Pomp der 80er Jahre vorgezeichnet.

Anspieltipp(s): It´s Time, You´re Not Alone
Vergleichbar mit: Saga
Veröffentlicht am: 14.10.2011
Letzte Änderung: 19.7.2013
Wertung: 11/15

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1978 Saga 12.50 4
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1982 In Transit 14.00 2
1983 Heads Or Tales 8.50 2
1985 Behaviour 8.00 2
1987 Wildest Dreams 5.00 2
1989 The Beginner's Guide To Throwing Shapes 10.25 4
1991 Gotta Love It 10.00 1
1993 The Security of Illusion 8.00 3
1994 Steel Umbrellas 3.67 3
1995 Generation 13 12.00 5
1997 Phase One 12.00 2
1997 Pleasure & the Pain 3.00 1
1998 Detours 12.00 1
1999 Full Circle 10.75 4
2001 House Of Cards 10.75 4
2003 Marathon 8.25 4
2004 All Areas - Live In Bonn 2002 (Limited Edition) (DVD) 6.00 2
2004 Network 12.00 2
2005 The Chapters Live 11.00 1
2006 Trust 11.00 2
2006 It's Your Life (Single) 6.00 1
2007 Worlds Apart Revisited (DVD) 13.00 2
2007 10,000 Days 10.00 2
2007 Worlds Apart Revisited 11.00 3
2009 Contact 11.00 1
2009 Contact (DVD) 7.50 2
2009 The Human Condition 10.00 1
2011 Heads or tales Live 9.00 1
2012 20/20 12.00 1
2013 Spin It Again! Live in Munich (DVD) 11.00 1
2014 Sagacity 9.00 2
2017 The Polydor Legacy - 1
2018 So Good So Far - Live at Rock of Ages - 1

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