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Anyone's Daughter

Calw Live

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011 (Aufnahme von 2002)
Besonderheiten/Stil: live; ArtPop; Klassischer Prog; Rock / Pop / Mainstream
Label: Tempus Fugit
Durchschnittswertung: 10.5/15 (2 Rezensionen)

Besetzung

Uwe Karpa Gitarren
André Carswell Gesang
Peter Kumpf Schlagzeug
Raoul Walton Bass
Matthias Ulmer Tasteninstrumente, Gesang

Gastmusiker

Heinz Rudolf Kunze Lesung ("Buchstaben", "Piktors Verwandlungen"), Gesang ("Imagine")

Tracklist

Disc 1
1. Ansage I 0:19
2. Swedish Nights 4:48
3. Between the Rooms 5:55
4. Buchstaben 2:16
5. Piktors Verwandlungen 36:17
Gesamtlaufzeit49:35
Disc 2
1. Ansage II 0:59
2. Nina 3:45
3. Danger World 6:12
4. I'll Never Walk That Road Again 5:38
5. Helios 3:46
6. Wheel of Fortune 5:59
7. Moria 6:01
8. Imagine 7:33
Gesamtlaufzeit39:53


Rezensionen


Von: Jochen Rindfrey @ (Rezension 1 von 2)


Im Jahr 2002 wurde der 125. Geburtstag von Hermann Hesse gefeiert. In dessen Geburtsstadt Calw fand im Rahmen der Feierlichkeiten am 3. August jenes Jahres auf dem Marktplatz ein Freiluftkonzert statt, bei dem zwei Bands auftraten, die durch Hermann Hesses Werk inspiriert wurden. Eine davon waren die altgedienten Steppenwolf - die andere war natürlich Anyone's Daughter, die mit Piktors Verwandlungen ein komplettes Werk von Hermann Hesse vertont hatten. Die Band hatte sich just im Jahr zuvor nach 15-jähriger Pause reformiert und dabei einen radikalen Stilwechsel vollzogen; trotzdem stand natürlich die Hesse-Vertonung im Mittelpunkt des Konzerts. Ein Mitschnitt ihres Auftritts erschien Mitte 2011, also exakt 30 Jahre nach der ersten Veröffentlichung von Piktors Verwandlungen, als Doppel-CD.

Die erste CD ist dabei den "alten" Anyone's Daughter gewidmet. Nach einer kurzen Ansage (warum wird eigentlich eine deutsche Band bei einem Konzert in Deutschland auf Englisch angesagt?) gibt es mit Swedish Nights und Between the Rooms zwei Songs aus ihrem titellosen zweiten Album, das 1980 erschien. Da kann man noch einmal im opulenten symphonischen Prog ihrer frühen Jahre schwelgen und sich in Gedanken um 30 Jahre zurückversetzen lassen; nur dass statt der samtweichen Stimme von Harald Bareth hier die wesentlich kraftvollere des neuen Sängers André Carswell erklingt.

Danach betritt jemand die Bühne, den man auf einer Progressive-Rock-CD nicht unbedingt erwarten würde, nämlich Heinz Rudolf Kunze, der die Rolle des Sprechers bei Piktors Verwandlungen übernahm. Tastendrücker Matthias Ulmer spielt seit den 90ern in Kunzes Begleitband, daher der Kontakt. Und schließlich outet Kunze sich im Beiheft der CD noch dazu als Prog-Fan!

Zunächst trägt Heinz Rudolf Kunze ein Gedicht von Hesse mit dem Titel Buchstaben vor, dann folgen 36 Minuten Piktors Verwandlungen. Ich kann mich noch erinnern, dass in einer Radiosendung 1981, kurz nach Erscheinen der LP, der Moderator zwar die Musik lobte, jedoch die gesprochenen Teile bemängelte; die seien "danebengegangen", man hätte lieber einen geübten Sprecher nehmen sollen. Das sah ich damals zwar nicht so, aber wenn ich Heinz Rudolf Kunzes Vortragsweise mit der von Harald Bareth vergleiche, wirkt Kunze doch professioneller; andererseits hat Bareth so eine richtige "Märchenstimme".

Musikalisch hält man sich eng an die Version von 1981, so dass ich getrost auf die Rezensionen dazu verweisen kann. Natürlich klingt hier und da eine Nuance mal etwas anders, aber der Hauptunterschied liegt ganz klar im gesprochenen Text. Und damit meine ich nicht nur die Stimme, denn offensichtlich hatte man damals auch den Text etwas bearbeitet und gekürzt; manche Stellen sind hier ganz anders.

Die zweite CD ist den "neuen" Anyone's Daughter gewidmet und enthält fast ausschließlich Stücke aus ihrem Comeback-Album Danger World von 2001. Wie oben erwähnt, hatte die Band darin ihren Stil radikal geändert, weg vom symphonischen Progressive Rock hin zu melodischer Popmusik, die sich aber durch kompositorische Finesse und die ein oder andere instrumentale Eskapade deutlich von der üblichen Einheitspopsoße abhebt. Unter den Songs ist dabei auch eine Neubearbeitung des "Gassenhauers" Moria, das im Original 1980 entstand. Zum Abschluss gibt es dann noch eine von Heinz Rudolf Kunze und André Carswell im Duett gesungene Version von John Lennons Imagine, bei der Kunzes Einsätze in Deutsch gehalten sind.

Somit kann dieses Live-Dokument allen Fans von Anyone's Daughter nachdrücklich empfohlen werden. Zwar bevorzuge ich klar den "alten" Stil der Band, aber auch ihre neueren Sachen sind durchaus hörenswert. Schönes Teil!

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 30.7.2011
Letzte Änderung: 19.11.2012
Wertung: 10/15

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Von: Kristian Selm (Rezension 2 von 2)


Der 3.August 2002 war ein besonderer Tag. Nicht nur, dass im schwäbischen Städtchen Calw im Rahmen der Festivitäten zum damaligen Hessejahr ein musikalisches Festival mit mehreren Bands stattfand, auch das Wetter spielte an jenem Tag mit. Auf dem pittoresken Marktplatz des Geburtsorts von Hermann Hesse fanden sich rund 9.000 Zuschauer ein, um diversen Interpreten, mehr oder weniger im Geiste mit Hermann Hesse verbunden, zu lauschen. Neben Steppenwolf, die ihren Bandnamen einem nicht gerade unbekannten Buch Hesses entliehen haben, traten zudem Anyone’s Daughter auf, die ihr zu jenem Zeitpunkt seit über 18 Jahren nicht mehr gespielte Epos „Piktors Verwandlungen“ – ebenfalls ein Werk von Hermann Hesse – aufführten. Als Gast hatte man Heinz Rudolf Kunze an Bord, dessen eigener Band Anyone’s Daughter Keyboarder Matthias Ulmer seit vielen Jahren angehört.

Als Einleitung folgten zwei alte Nummern („Swedish nights“ und „Between the rooms“), bevor man „Piktors Verwandlungen“ in beeindruckender Weise wieder belebte. Und die Magie des rund 40-minütigen Stückes funktionierte auch noch dieser langen Zeit. Selbst in den ruhigen Passagen war die Stimmung auf dem Marktplatz auf das Zuhören fokussiert, so dass in einigen Zwischenpassagen aber vor allem erst gegen Ende dessen Aufführung der verdiente Beifall aufbrandete. Es war der Band gelungen, die Essenz in das Hier und Jetzt zu transportieren und ihr kommerziell erfolgreichstes Stück zu neuem Leben zu erwecken. Im Herbst des gleichen Jahres gab es nochmals eine Fortsetzung, wurde in Heidenheim u.a. mit ex-Anyone’s Daughter Frontmann Harald Bareth als Gast bei der Zugabe das Stück nochmals gekonnt wieder belebt.

Schon 2002 war „Piktors Verwandlungen“ vom Radiosender SWR1 mitgeschnitten und gesendet worden, auf „Calw Live“ bekommt man nun das komplette Konzert zu hören, das im zweiten Teil neuere Titel vom damals aktuellen Album „Danger world“ folgen lässt, bevor die Anyone’s Daughter Hymne „Moria“ das Konzert beschließt und man mit der John Lennon Nummer „Imagine“ den Auftritt stimmungsvoll beschließt.

Sicherlich ist der aktuelle Anyone’s Daughter Frontmann André Carswell der weitaus bessere Sänger als sein Vorgänger, doch manchmal wirkt seine Zuschauer Anmache etwas gewöhnungsbedürftig, aber trotzdem irgendwie sympathisch. Nichtsdestotrotz wird mit diesem Album einem wirklich denkwürdigen Konzert Tribut gezollt, auch wenn es auch schon wieder mehr als 10 Jahre her ist, dass der Mitschnitt entstand. Wie doch die Zeit vergeht…

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit:
Veröffentlicht am: 16.11.2013
Letzte Änderung: 16.11.2013
Wertung: 11/15

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Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Anyone's Daughter

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1979 Adonis 11.00 3
1980 Anyone's Daughter 10.00 4
1981 Piktors Verwandlungen 13.00 3
1982 In Blau 12.00 3
1983 Neue Sterne 8.00 3
1984 Live 10.00 1
1986 Last tracks 7.00 2
2001 Requested Document / Live 1980 - 1983 10.00 3
2001 Danger World 10.00 2
2003 Requested Document Live 1980-1983 Vol. 2 10.33 3
2004 Wrong 10.00 2
2006 Trio Tour 10.50 2

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