SUCHE
Erweiterte Suche
NEUE REZENSIONEN
17.10.2018
Trigon - 30 Jahre Traumzeit
16.10.2018
Soft Machine - Hidden Details
15.10.2018
Sherpa - Tigris & Euphrates
14.10.2018
Hokr - Klid V Bezčasí
The Flaming Lips - Clouds Taste Metallic
Seventh Wonder - Tiara
Bi Kyo Ran - Anthology vol.1
Sanguine Hum - Now We Have Power
13.10.2018
DRH - Thin Ice
Various Artists - Hamtai! - Hommage à la musique de Christian Vander
ALU - Die Vertreibung der Zeit (1980-1986)
Riverside - Wasteland
12.10.2018
Datashock - Kräuter der Provinz
Rotor - Sechs
Gösta Berlings Saga - ET EX
11.10.2018
Dream Theater - When dream and day reunite (Official bootleg)
Dan Caine - Cascades
Crippled Black Phoenix - A Love Of Shared Disasters
ARCHIV
STATISTIK
24969 Rezensionen zu 17122 Alben von 6671 Bands.
SITE MAP
STARTSEITE

Neal Morse

Testimony two

Coverbild
Informationen

Allgemeine Angaben

Erscheinungsjahr: 2011
Besonderheiten/Stil: mit Orchester; Konzeptalbum; Melodic Rock / AOR; Rock / Pop / Mainstream; RetroProg
Label: InsideOut
Durchschnittswertung: 10.33/15 (3 Rezensionen)

Besetzung

Neal Morse lead vocals, piano, synthesizers
Randy George bass
Mike Portnoy drums
Nick D'Virgilio Drums
Alan Morse Guitar
Dave Meros Bass
Steve Morse Guitars
Paul Bielatowicz Guitars
Matthew Ward

Tracklist

Disc 1
1. Part Six

1. Mercy Street 5:12
2. Overture No. 4 5:25
3. Time Changer (with Spock's Beard) 6:08
4. Jayda 6:05

22:50
2. Part Seven

1. Nighttime Collectors 4:25
2. Time has come Today 4:55
3. Jesus' Blood 5:26
4. The Truth Will Set You Free 8:07

22:54
3. Part Eight

1. Chance of a Lifetime 7:02
2. Jesus Bring Me Home 4:59
3. Road Dog Blues 3:06
4. It's For You 5:42
5. Crossing Over / Mercy Street Reprise 11:46

32:36
Gesamtlaufzeit78:20
Disc 2
1. Absolute Beginner 4:39
2. Supernatural 6:11
3. Seeds of Gold 25:59
Gesamtlaufzeit36:49


Rezensionen


Von: Nik Brückner @ (Rezension 1 von 3)


Lange haben wir geunkt, hier ist sie nun zu hören: Die Reunion von Spock's Beard! Naja, klar ist "Testimony two" ein Neal-Morse-Solo-Album und den Löwenanteil hat er mit Mike Portnoy und Randy George eingespielt, aber wenn bei "Time Changer" "with Spock's Beard" dabeisteht, dann bedeutet das immerhin, dass Morse den Track mit Nick D'Virgilio, Alan Morse und Dave Meros aufgenommen hat, und das ist, auch wenn Ryo Dejaneiro fehlt und die Spöcke, wie man hört, lediglich ihre Gesangsbeiträge eingesandt haben, nun mal Spock's Beard. Pikant dabei: Im Zusammenhang mit "Overture No. 4" gehört, kann "Time Changer" mit Fug als bestes Stück der Scheibe gelten...

Aber genug von Spock's Beard: Neal Morse ist zurück! Und auch wenn ich als einer der wenigen alles andere als begeistert vom Vorgänger "Testimony" war, es ist doch schön zu wissen, dass Morse hier ein Kapitel seiner Geschichte zuzuschlagen scheint, und das an einer Stelle, an der Spock's Beard offenbar wieder relevant für ihn wird...

Aber genug von Spock's Beard: - oder vielleicht doch nicht. Denn wie "Testimony" ist auch "Testimony two" ein autobiographisches Album, eines nämlich, dass (unter anderem) die Geschichte von Morses Stammband erzählt: Wir hören davon, wie die Band gegründet wurde, wie sie populär und erfolgreich wurde und wie Morse sie schließlich verließ - wir hören aber auch von persönlichen Erlebnissen, Tief- und Schicksalsschlägen ("Jayda") und natürlich gibt's auch wieder ordentlich Jesus ("Jesus Bring Me Home", "Jesus' Blood"). Wobei man ergänzen muss, dass die zweite Scheibe eher so eine Art Bonusdisk ist und nicht zum Testimony-Konzept gehört.

Was die Musik angeht, muss ich zuerst mal eine Freundin von mir zitieren, die gestern zu mir kam, als die Scheibe gerade lief. Sie sagte: "Sowas hörst du? Ich wusste gar nicht, dass du auf so schmalzige Sachen stehst!" Und tatsächlich ist das musikalische Spektrum hier wieder deutlich breiter als auf dem typischen Morse-Prog-Album, ganz ähnlich also wie auf "Testimony". Es gibt frickeligen Prog ("Overture No. 4"), Balladen ("Jayda"), pathetische Passagen ("Seeds of Gold") geradeausen Stadionrock ("Nighttime Collectors", "Supernatural", beide ganz brrr), aber auch endlich wieder längere und tüfteligere gentle-gianthafte Vokalarrangements ("Time Changer") und sogar mit ein bisschen Funk, Jazz oder gar Neobarock angefrischte Passagen - all das natürlich immer dann mit klassischen Sounds (beigesteuert von Mitgliedern der Nashville Symphony) angereichert, sobald es passt. Die Longsongs sind auch wieder so deutlich segmentiert wie auf Teil eins - etwas, das ich damals ziemlich kritisiert habe und was mich hier wieder stört. Ich muss allerdings sagen, dass das Niveau hier deutlich höher ist als auf Teil eins, die Arrangements sind vielschichtiger, komplexer, die gegenläufigen Melodien in den proggigen Momenten versinken nicht so sehr in Harmonie sondern kommen kantiger rüber, teilweise wird's sogar dissonant, etwas das Morse von mir aus gerne noch etwas ausbauen kann - er könnte damit auch Vorwürfen entgegentreten, seine Musik ähnle sich selbst immer allzu sehr.

Vom typischen Morse-Stil ist allerdings auch "Testimony two" nicht wirklich weit weg, die behutsamen stilistischen Neuerungen sind einfach zu behutsam und, vor allem, zu punktuell, als dass sie bei einer Gesamtlaufzeit von irgendwo um die 120 Minuten ins Gewicht fallen könnten. Und so schön die Reminiszenzen an frühere Alben auch sind (wer findet das Spock's-Beard-Zitat?), sie werden diesem Album den gleichen Vorwurf eintragen, den Morse-Alben immer vorgeworfen bekommen, nämlich dass es ein Morse-Album sei. Und so hat man auch am Ende dieses Albums wieder tausend Neal-Morse-Ohrwürmer im Kopf, die man erst bei genauerem Hinhören als Melodien von diversen früheren Alben erkennt. Dass Morse aus seiner Midtempo-Phase immer noch nicht wirklich raus ist (siehe Transatlantics "Whirlwind"), tut da ein Übriges.

Aber so schwerfällig die Musik stellenweise auch sein mag ("Seeds of Gold" liegt mir immer noch im Magen) und wenn die Speerspitze des Retroprog mittlerweile auch von anderen gebildet wird (man höre zum Vergleich einfach mal die deutlich frischeren und spannenderen Alben von Ciccada, District 97 oder Dan Britton): Morse komponiert weiterhin auf gewohnt hohem Niveau und so werden uns auch die Melodien dieses Albums in den nächsten Jahren immer wieder im Kopf herumschwirren, nachdem wir das dann jeweils neue Neal-Morse-Album gehört haben. Bei manchen Dingen ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn sie so bleiben, wie sie sind.

Das Album wird am 23. Mai erscheinen, als Doppel-CD und in erweiterter Form mit Making-of-DVD. Die Fans seien darüber hinaus auf Morses Autobiographie "Testimony - The inspirational and spiritual journey of a prog rock musician." hingewiesen.

Anspieltipp(s):
Vergleichbar mit: ;-)
Veröffentlicht am: 29.4.2011
Letzte Änderung: 19.2.2013
Wertung: 9/15

Zum Seitenanfang

Von: Michael Hirle @ (Rezension 2 von 3)


Ganz schön gewichtig, was einem da aufgetischt wird. Und ich meine nicht nur die Verpackung der Special Edition. Los gehts mit gewohnten Klängen, sofort fühlt man sich wieder heimisch und 8 Jahre zurückversetzt. Zwischen "Testimony 1" und dem zweiten Teil ist eigentlich viel passiert, nicht nur musikalisch. Theologische Abstecher zu Luther und Paulus, und die großartige Selbstreflektion "One" mussten erstmal geschrieben und vom Hörer verdaut werden. Transatlantic wartete auch auf Ideen und die freikirchlichen Gemeinden gingen dank den Worship Sessions auch nicht leer aus. Kein Wunder, dass irgendwann mal die Kräfte nachlassen, wir reden hier immerhin von 8 (!) Jahren, da traut sich manch andere Band erst mal mit einem neuen Song wieder ans Tageslicht. "Lifeline" war harmlos, wahrscheinlich weil ein Konzept fehlte, liegt doch die Stärke von Neal Morse gerade im Vertonen von bedeutungsschweren Geschichten.

Also, jetzt wieder ein Konzeptalbum. Und schon sieht die Sache wieder spannender aus. Das Doppelalbum lebt von seinen Querverweisen. Da ne Spocks-Beard-Hook, da ein Splitter vom "Testimony One" Album ... da wird zitiert, dass sich die Balken biegen und trotzdem gibts ein vernünftiges Ganzes. Nix klingt zusammengesetzt, sonder alles wirkt wie aus einem Guss. Ein Schelm, wer jetzt an die Austauschbarkeit Morse'scher Melodien denkt. Für den Einen sind sie die Variaton einer Variation, für den Anderen die längste Melodie der Welt. Zu letzteren gehöre ich. Ganz im Sinne von Wagner halte ich das Schaffen von Neal Morse, als eine riesige unendliche Melodie. Als einen Bewusstseinsstrom aus den er immer wieder schöpft um sein Innerstes nach außen zu stülpen. Im Kern ist dies Gott, und sein Weg dorthin. Das hat im Gegensatz zu vielen anderen christlichen Musikern nichts missionarisches, sondern zu tiefst persönliches. Der Hörer kann den Weg mitgehen, oder sich davon erzählen lassen, inwieweit die Geschichten/Erlebnisse den Zuhörer berühren, hängt von jedem selbst ab. Wer Ohren hat, der höre....der Rest höre weg, oder zumindest nur die Musik. Denn die hat auf jeden Fall ein Ohr verdient. RetroProg in Bestform. Immer mal mit nem Schwenker zum AOR und Folk und diesmal erstaunlich Kitschfrei. Wer alte Spocks Beard liebt, der schiebt (seinen Einkaufswagen sofort zum nächsten Plattenhändler). Und da alle guten Dinge drei sind, wird uns in den nächsten 8 Jahren, (natürlich neben weiteren Solo-, Transatlantic-, Worship Alben) ein dritter Teil ereilen. So Gott und äh Neal Morse wollen....

Anspieltipp(s): ganz hören!
Vergleichbar mit: Neal Morse, Spocks Beard
Veröffentlicht am: 6.6.2011
Letzte Änderung: 22.4.2013
Wertung: 12/15
so gut wie lange nicht mehr... und wir warten gespannt auf das Finale!

Zum Seitenanfang

Von: Jörg Schumann @ (Rezension 3 von 3)


Als ich das Cover dieses Albums zum ersten Mal sah, schoss mir als erstes folgender Gedanke durch den Kopf: "der wusste damals schon, dass es irgendwann eine Fortsetzung geben würde." Der Junge von damals ist zum jungen Mann gereift, aus dem zarten Sprössling wurde ein stattlicher Baum. Ein passenderes Bild für "Wachsen" und "Reifen" hätte man nicht nehmen können. Selten genug, dass ich mich mal zu einem Cover äußere, aber hier scheint es mir angebracht.

Auf Testimony erzählte uns Neal Morse seine Geschichte. In 5 Kapiteln und über 2 Stunden erfuhren wir, wie er, ein sinnloses Leben führend, in Los Angeles "versumpfte", Anfang der 90er Jahre durch sein "Tal des Todes" ging und wie er frustriert war und beinahe resignierte (Part one). Er sang von Selbstreflexion, Vergangenheitsbewältigung, Existenzangst und Trennungsschmerz und wie er schließlich sein Zelt abbaute und alle Brücken hinter sich abbrach. Hier (Part Two) findet sich auch die intensivste Textzeile auf Testimony ("Oh God, why have you forsaken me?"). Dann kommt der Neuanfang, ein Aufbruch. Er hat nichts mehr zu verlieren. Lernt seine spätere Frau kennen, die ihn mit in die Kirche nimmt, wo er in der kirchlichen Gemeinde die Liebe seiner Mitmenschen erfährt und sich geborgen fühlt (Part Three). Er heiratet, gründet eine Familie und beginnt sich immer mehr Gott zuzuwenden, ihn zu preisen. Irgendwann berührt Gott ihn, spürt er ihn, fühlt sich endlich EINS mit Gott (Part Four). Der letzte Teil ist der Lobpreisung Gottes gewidmet. In ihm dankt er Gott für das Geschenk des heiligen Geistes (Part Five).

Während Testimony sehr linear erzählt war, pickt sich Testimony 2 einzelne Aspekte der Christwerdung des Erzählers heraus und wiederholt sie nochmals oder ergänzt das eine oder andere Kapitel (Spocks Beard, Zeit "on the road", Entscheidung zugunsten der Familie und gegen Plattenvertrag). Neu ist das Kapitel "Jayda", welches von der wundersamen Heilung seiner Tochter erzählt. Was ich als naturwissenschaftlich geprägter Mensch davon halte, tut hier jetzt nichts zur Sache.

Als Neal Morse allerdings auf der Bühne (ich stehe noch unter dem Eindruck des Prattelner Konzertes vor einer Woche) während des Songs in Tränen ausbrach, fand ich das schon sehr bewegend. Wenn der Mann etwas ist, dann ist er ehrlich und authentisch. Und das macht seine Musik spür- und erfahrbar.

Musikalisch bewegt sich Neal Morse auf bekannten Pfaden. Für mich sind da keine großen Überraschungen dabei. Besinnliche Stücke wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit mit straighten Rockern und diese mit "großen" epischen Momenten ab. Themen aus Testimony werden aufgegriffen, die Bärte zitiert.

Besser als Testimony finde ich Testimony 2 nicht. Aber auch nicht viel schlechter. Es ist die musikalische und thematische Fortsetzung der Geschichte. Und vor einem dritten Teil wäre mir auch nicht bange.

Auf der zweiten CD finden sich drei Titel, die nicht zur Testimony-Story gehören, stilistisch aber (natürlich) auch draufgepasst hätten. So unterscheidet sich "Absolute Beginner" für mich kaum von den rockigen Sachen innerhalb des Testimony-Universums, ist "Supernatural" eine schöne hymnische uptempo-Ballade, die sich so auch innerhalb eines Transatlantic-Longtracks hätte finden können.

"Seeds of Gold" ist der Höhepunkt der Platte, "beardiger" als alles andere und rockiger ohne allzu simpel zu sein. War einer der Höhepunkte des kürzlichen Konzertes. Morse bedient sich hier zwar teilweise bei sich selbst bzw. bei Transatlantic, aber das kennen wir ja. Schön finde ich in diesem Zusammenhang übrigens Michaels Wortspiel mit der "längsten Melodie der Welt".

Nach einem kreativen Durchhänger diesmal also wieder ein Album, das auf gewohntem Niveau (Morse-Hasser können jetzt buhen) daherkommt.

Anspieltipp(s): The Truth Will Set You Free
Vergleichbar mit: Neal Morse, Spocks Beard, Transatlantic
Veröffentlicht am: 20.6.2011
Letzte Änderung: 20.6.2011
Wertung: 10/15

Zum Seitenanfang

Alle weiteren besprochenen Veröffentlichungen von Neal Morse

Jahr Titel Ø-Wertung # Rezis
1999 Neal Morse 6.67 3
2000 Merry Christmas From The Morse Family 10.00 1
2001 It's Not Too Late 6.33 3
2003 The Transatlantic Demos 10.00 2
2003 Testimony 9.00 6
2004 One 10.80 6
2004 Testimony Live (DVD) 11.00 1
2005 ? 10.75 4
2006 Cover To Cover - 1
2006 Send the Fire - 1
2007 Sola Scriptura 7.33 7
2007 Songs From The Highway - 1
2007 ? Live 6.33 3
2008 Lifeline 7.40 5
2008 Sola Scriptura And Beyond (2DVD) 12.50 2
2009 So Many Roads (Live In Europe) 10.00 2
2012 Momentum 11.33 3
2013 LIVE Momentum 11.00 1
2014 Songs From November - 2
2015 The Grand Experiment 9.67 3
2015 Morsefest 2014 10.50 2
2016 The Similitude Of A Dream 10.75 4
2016 Alive Again 10.00 2
2017 Morsefest 2015 12.00 2
2018 Life & Times - 1
2018 The Similitude Of A Dream Live In Tilburg 2017 11.50 2

Zum Seitenanfang

© 1999-2018; Das Copyright aller Texte liegt bei den jeweiligen Autoren; Datenschutzerklärung - Haftungsausschluss
Site Map - Startseite - FAQ - Reviews - Leitfaden - Lesestoff - Kontakt - Links
RSS | Impressum